Flow – voll im Fluss – auch bei der Arbeit!

Hast du schonmal eine Tätigkeit ausgeübt und dabei die Zeit vergessen? Hast du dich schonmal so richtig im Fluss gefühlt? Dieses sehr angenehme Erleben nennt man Flow und das kann man auch bei der Arbeit erleben und nutzen. Wie das geht, erfährst du in diesem Artikel. 

Was ist Flow?

Flow ist nicht einfach ein Modewort. Psychologen haben sich schon in den 70ern damit beschäftigt, warum Menschen Tätigkeiten ausüben, für die sie keinerlei Belohnung von außen bekommen. Tätigkeiten, die oft sogar schwierig oder gefährlich sind. Was dahinter steckt, ist die intrinsische Motivation – also die Motivation etwas zu tun, einfach aus der Freude an der Tätigkeit heraus.

Die Steigerung dessen ist Flow. Flow bedeutet, dass du tief in einer Handlung involviert bist, also 100% deiner Aufmerksamkeit auf dieser Handlung ist. Diese Handlung kann prinzipiell alles sein – Sport machen, musizieren, Schach spielen, Matheaufgaben lösen, ein Buch schreiben, Programmieren, … Eben weil 100% deiner Aufmerksamkeit auf der Tätigkeit sind, ist kein Platz in deinem Bewusstsein für Sorgen, Zweifel, den Stress mit deinem Partner, Wärme, Kälte, etc. Das ist natürlich ein super angenehmer Zustand – kein Wunder, dass Menschen diesen regelmäßig erleben wollen. 

Aber nicht nur das – in diesem Zustand sind sogar Spitzenleistungen möglich! Er wird auch als peak performance state bezeichnet. Eine super Kombination, oder? Es fühlt sich toll an UND du erreichst Höchstleistungen!

Unter welchen Bedingungen kannst du Flow erleben? 

Der Psychologie Csikszentmihalyi hat drei zentrale Bedingungen für das Erleben von Flow herausgearbeitet:

Die erste ist, dass du das Gefühl hast, dass die Anforderungen der Tätigkeit zu deinen Fähigkeiten passt. Der Schwierigkeitsgrad darf weder zu schwer noch zu leicht sein. Zum Beispiel sollte der Schwierigkeitsgrad eines Musikstückes zu deinen Fähigkeiten passen. Oder die Steilheit der Piste beim Skifahren.

Die zweite Bedingung ist ein klares Ziel. Zum Beispiel möchtest du beim Klettern eine bestimmte Höhe erreichen. Oder du möchtest beim Programmieren ein bestimmtes Ergebnis erzielen.

Die dritte zentrale Bedingung ist ein sofortiges Feedback zur Handlungsausführung. Beim Musizieren zum Beispiel hörst du, wenn ein Ton schief klingt, und weißt, dass du etwas anders machen musst. Beim Joggen gibt dir deine Smartwatch Rückmeldung, wie schnell du läufst. Dieses Feedback kann also von außen kommen (Smartwatch) oder sich aus der Handlung selbst ergeben (falscher Ton). 

Es gibt noch weitere Bedingungen, die Flow begünstigen oder behindern können. Günstig ist, wenn du das Gefühl hast, die Tätigkeit und das Ziel selbst gewählt zu haben. Auch bei neuen oder ungewöhnlichen Aufgaben tritt Flow eher auf als bei altbekannten Tätigkeiten. Eine gewisse gute Laune kann auch nicht schaden. 🙂 Hinderlich für Flow sind Störungen von außen, wie Telefonanrufe oder Emails, Lautstärke, Wärme oder Kälte, und Zeitdruck. 

Die Wissenschaftler haben zusätzlich Persönlichkeitsfaktoren herausgearbeitet. Menschen mit diesen Fähigkeiten erleben Flow eher als andere. Diese Menschen setzen sich selbstbestimmt realistische Ziele, die zu ihren Interessen und Begabungen passen. Sie haben eine gewisse Grundzufriedenheit unabhängig von äußeren Faktoren, besitzen Selbstvertrauen und sehen Schwierigkeiten als Herausforderung statt als Problem. 

Kann man Flow auf der Arbeit erleben? 

Ja, Flow wird auch häufig im Arbeitskontext erlebt. Studien zufolge tritt das Flow-Erleben im Arbeitskontext sogar häufiger auf als in der Freizeit, da dort eine der drei zentralen Bedingungen häufiger gegeben ist: die klare Zielsetzung. 

Zusammenfassend: um Flow im Arbeitskontext zu erleben, brauchst du idealerweise

  • Anforderungen, die zu deinen Fähigkeiten passen, also eine kleine Herausforderung darstellen, aber nicht zu schwer sind
  • Handlungen, die dich intrinsisch motivieren, die also Freude bereiten
  • klare Zielsetzungen
  • sofortiges Feedback (das sich idealerweise direkt aus der Handlung selbst ergibt)
  • einen störungsfreien Rahmen
  • ein gewisses Maß an Selbstbestimmtheit (so dass du das Gefühl hast, deine Aufgaben selbst zu wählen)
  • eine positive Betrachtungsweise von Herausforderungen

Dann kann es ja losgehen! Wenn du noch nicht weißt, wo genau deine Fähigkeiten liegen, und welche Handlungen dir Freude bereiten, unterstützen wir dich sehr gerne! Genau dafür haben wir den Erfolgs-Kurs Berufsfindung geschaffen! Ich wünsche dir einen Flow-reichen Tag! 

Quelle: „Motivation und Emotion“ – Brandstätter, Schüler, Puca, Lozo – Springer 2018

Beste Grüße aus Aachen von

Annie

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