Geheimsprache der Arbeitszeugnisse

Im Vorfeld der Bonding Firmenkontaktmesse in Aachen wurde mir die Frage gestellt, ob Firmen immer noch diese Geheimsprache in Arbeitszeugnissen verwenden, wo positive Aussagen negativ ausgelegt werden können. Ich habe dazu auf der Messe Vertreter von Firmen dazu befragt und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen: 

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Arbeitszeugnisse wohlwollend formuliert sind. Deshalb dürfen nur positive Aussagen verwendet werden. Das kann zum Beispiel sein: „Er/Sie war sehr kommunikativ.“ Lesen Personaler nun daraus „Er/Sie war eine Quasselstrippe“?

Wie lesen Personaler Arbeitszeugnisse?

Wenn ein Personaler solch ein Arbeitszeugnis in die Hände bekommt, möchte er wissen, ob du die persönlichen Qualitäten, die für die Stelle gefragt sind, hast. Dazu schaut er, ob etwas in die Richtung im Arbeitszeugnis steht. Wenn ein Satz wie oben in einem Arbeitszeugnis von jemandem steht, der sich auf eine Stelle bewirbt, in der hohe kommunikative Fähigkeiten gefragt sind, dann wird das eher als Pluspunkt gesehen als bei einer Stelle, wo dies nicht das A und O ist. Bei einer Stelle in der Forschung zum Beispiel wird er schauen, ob die Kommunikationsfähigkeit zielgerichtet eingesetzt wird, also ob auch etwas von Ergebnisorientierung oder Zielfokussierung im Zeugnis steht. Wenn das nicht der Fall ist, wird er misstrauisch. 

Der kritische Leser des Arbeitszeugnisses hält also nach für die Stelle wichtigen Qualitäten Ausschau. Wenn eine wichtige Qualität fehlt, z.B. Ergebnisorientierung, dafür aber eine eher gegenteilige hervorgehoben wird, nämlich Kommunikationsfähigkeit, dann kann er das als Quasselstrippe interpretieren. 

Analyse von Arbeitszeugnissen mit dem Kernquadrat

Dies kann man auch anschaulich mit dem Kernquadrat darstellen: wenn wir annehmen, dass eine Kernqualität des Bewerbers Kommunikation ist, dann könnte die dazu gehörige Schwäche oder Übertreibung Quasselstrippe sein. Was man der Person nicht vorwerfen kann, denn Stärken und Schwächen gehören zusammen.

Ein kritischer Leser des Arbeitszeugnisses möchte nun wissen, ob er die Herausforderung Ergebnisorientierung gut entwickelt hat, also ob seine Kommunikationsfähigkeit und die Ergebnisorientierung im Gleichgewicht sind. Dies versucht er aus dem Arbeitszeugnis zu lesen. 

Die Allergie dieser Person ist das Verhalten, das sie gar nicht ausstehen kann. In diesem Fall könnte es zum Beispiel der Tunnelblick sein. Eine sehr kommunikative Person kann manchmal Personen nicht leiden, die so tief in ihrer Aufgabe drin sind, dass sie alles in ihrem Umfeld und damit auch die Kommunikation mit anderen vergessen. Andere sehr kommunikative Personen haben andere Allergien oder definieren sie anders, sie gehen aber alle in die Richtung. 

Wenn man die sehr kommunikative Person nun mit lauter ergebnisorientierten Personen, die zum Tunnelblick neigen können, in ein Büro setzt, wird diese ständig mit ihrer Allergie und den dazu gehörigen negativen Gefühlen konfrontiert. Auch solche Konflikte möchte das einstellende Unternehmen vermeiden. 

Fazit

Also – die Formulierung in Arbeitszeugnissen ist gar nicht wirklich eine Geheimsprache. Du kannst sie selbst entschlüsseln, indem du dein Zeugnis mal kritisch liest und auf Qualitäten achtest, die für die Stelle, auf die du dich bewerben möchtest, interessant sind. 

Wenn du mehr über das Kernquadrat erfahren möchtest oder deine Stärken und Schwächen damit mal analysieren möchtest, komm gerne zu einem Miniworkshop Stärken und Schwächen oder buche ein Coaching bei mir! Ich freu mich auf dich!

Beste Grüße aus Aachen von

Annie

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